Yoni-Steaming – Kräuterkraft für die Vagina (Erfahrung in Köln)

Yoni-Steaming oder Vaginal Steaming taucht als neuerdings als Begriff häufiger auf. Ricarda Krumbiegel bietet es in Köln an, Hanna Krohn (Region Hamburg) hat gerade eine Ausbildung dazu absolviert, Gwyneth Paltrow hat V-Steam im Tikkun Spa in Santa Monica probiert und die Zeitschrift ELLE schrieb darüber.

Ricarda Krumbiegel Yoni-Steaming Köln
Ricarda, Yoni-Spa in Köln

Yoni-Steaming ist ein Kräuterdampfbad für die Vagina, eingebettet in ein Wohlfühlritual mit Massagen und/oder Meditationen. Es findet keine Intimmassage statt, aber das Yoni-Steaming wäre sicher eine tolle Vorbereitung für eine Yoni-Massage.

Das klingt interessant, dachte ich und lernte Yoni-Steaming bei Ricarda Krumbiegel (s. Foto) in Köln kennen. Sie nennt ihr Angebot an Frauen „Yoni-Spa“. Ein Wellnessprogramm für die innere Mitte. Genau das Richtige für eine neugierige Redakteurin.

Wiederentdeckung uralter Frauenheilkunde

Ricarda hat einen umfassenden Erfahrungshorizont als Kräuterexpertin und Gärtnerin für Hersteller von naturheilkundlichen Mitteln, zudem ist sie viel gereist und praktiziert seit Jahren als Tantramasseurin. Bei einer dieser Reisen lernte sie Yoni-Steaming bei einer amerikanischen Freundin in Ecuador kennen. Zunächst war sie selbst ein wenig skeptisch, ob denn die Wirkung der Kräuter wirklich so weit ins Innere reichen könne. Doch dann erlebte sie es am eigenen Leib, wie sich das anfühlt. Und sie erinnerte sich auch an die Worte einer ihrer Lehrerinnen: Energie folgt Bewusstsein.

Dieser Idee folgt auch das von ihr komponierte Yoni-Spa-Angebot: Mit dem Bewusstsein gehen wir zur Vulva, in die Vagina, in die Gebärmutter – die Kräuterwirkung folgt. Hinweise auf die Tradition von Vaginal Steaming finden sich übrigens in Korea, Südamerika und Afrika, der beginnende Trend ist also eine Renaissance der historischen Frauenheilkunde.

Selbsterfahrung im Yoni-Spa bei Ricarda in Köln

Stuhl für Vaginal-SteamingZu meiner Selbsterfahrung fahre ich nach Köln, dort hat Ricarda einen Raum im Tantramassageinstitut Dakini am Ebertplatz, Yoni-Spa. Sie öffnet und ist mir in ihrer natürlichen und herzlichen Art gleich sympathisch. Wir gehen für das Vaginal-Steaming in ein Zimmer mit Badewanne, die aber heute nicht zum Einsatz kommt. Vorbereitet steht dort der „Thron“ für mich, ein antiker Holzstuhl, der mit einer Öffnung und Polsterung für das Kräuterdampfbad umgebaut wurde

Ein heißes Dampfbad für mein Frühlingserwachen

Zuerst bekomme ich ein Fußbad und wir sprechen darüber, wie es mir gerade geht. Ich bin aufgeregt und neugierig auf die Yoni-Steaming-Erfahrung und freue mich, meinem Schoß Gutes tun zu können. Meine Yoni ist aktuell wenig präsent, noch im Winterschlaf nach einer Trennungsphase. Es ist April, Zeit für ein Frühlingserwachen. Das Yoni-Steaming erscheint mir als schönes Ritual für diese Erweckung.

Ricarda zeigt mir die Kräuter, die ins Dampfbad kommen. Sie mischt die Kräuter individuell. Für mich sind es Rose, Löwenzahn, Frauenmantel, Beifuß, Himbeerblätter, Lavendel und Taubnessel. Dann fragt sie mich, ob ich während dem Dampfbad alleine sein möchte oder von ihr begleitet. Natürlich letzteres, denn ich freue mich, dass sie sich um mich kümmert, freue mich auf die Frauenzeit und auf die Meditation, zu der sie mich anleiten wird.

Die Schoßraum-Meditation führt mich an einen sicheren Ort

Frau auf Stuhl für Yoni-SteamingFür das eigentliche Yoni-Steaming füllt Ricarda die Kräutermischung in die eine Schale mit heißem Wasser im Stuhl und ich setze mich darauf. Ganz nackt, so ist es bequem und ich werde in einem Umhang gehüllt und dazu noch mit einer Kuscheldecke gewärmt. Der heiße Dampf ist deutlich spürbar an den Schamlippen und dem Anus. Ich muss lächeln, das ist ein sehr ungewohntes, aber angenehmes Gefühl. Ricarda lädt mich mit sanfter Stimme ein, genau hin zu spüren, jede Nuance wahrzunehmen von der aufsteigenden Wärme und den Essenzen, die mit aufsteigen. So beginnt die Meditation: Ich soll mir vorstellen, wie der Kräuterdampf aufsteigt und mehr und mehr in meine Vagina eindringt, sich einen Weg bahnt in die Gebärmutter.

Ich stelle mir das vor und bin ganz auf meine innere Mitte konzentriert. Ricarda regt mich an, meiner Fantasie freien Lauf zu lassen und mir die Gebärmutter von innen vorzustellen – als was immer, als Kathedrale, Höhle oder so. Ich bin eher der praktische Typ und stelle mir erst eine rosafleischige weich ausgekleidete Höhle vor, mehr so anatomisch. Dann kommt mir das Bild von einer Kuschelhöhle, wie ich sie als Kind gebaut habe aus Kissen unter dem Tisch: So eine kleine enge, ganz sichere und weiche Höhle. Es gefällt mir, meine Gebärmutter als sicheren weichen Ort mitten in mir drin wahrzunehmen.

Von Kräutern, Moos und Blut

Blumenstrauss im Raum Dakini KölnRicarda fragt, ob ich mir ein Wesen dazu vorzustellen kann, eine Art Hüterin der Gebärmutter, eine Göttin oder eine spirituelle Gestalt? Mir kommt das Bild einer lebensfrohen Frau in den Sinn, mittelalt, warm und mit einer lebendigen erotischen Ausstrahlung. Ja, das könnte die weise Instanz in mir sein. Die Ratgeberin für Fragen der Sexualität in mir, meine innere Stimme. Wir befragen sie  zum ewigen Thema Männer, zur Sexualität, zur Sehnsucht, zum Frühlingserwachen. Die Details sind jetzt zu persönlich, aber das Fazit ist: Hausputz steht an. In Kürze kommen meine Tage und die Gebärmutter muss sich mal richtig schön ausbluten und den ganzen Ballast der Vergangenheit rausspülen. Dann wird sie eine frische hellgrüne Moosauskleidung bekommen wie in den Hobbitfilmen, weiße Blümchen dazu – und fertig ist der Schoßraum für die nächste Liebesgeschichte, die nächste sexuelle Begegnung.

Mit diesem schönen Bild endet die geführte Meditation und ich fühle mich gut. Erfrischt. Ich habe einen Plan, das Neue kann kommen. Ich fühle mich in Kontakt mit meinem Bauchraum durch diese Bilder und die Schamlippen, die Vagina, fühlt sich belebt und gewärmt an. Juicy. Lebendig.

Eine meditative Massage bildet den Schlussakt der Komposition

Bodenmatte im Raum für Vaginal-Steaming KölnZum Schluss darf ich mich auf die Bodenmatte legen und Ricarda gibt mir eine ganz meditative Massage von Gesicht, Nacken und Brüsten. Sie umkreist – gefühlt stundenlang – den äußeren Rand meiner Brüste in kleinen Kreisen. So etwas Zartes habe ich noch nie gefühlt in dieser Zone. Es ist eben keine sexuelle Massage, sondern eine Massage, die die Brüste ehrt, ohne zu begehren, Achtsamkeit, Konzentration, ganz sanfte Kreise. Das ist das, was ich mag, wenn ich bei einer Frau zu einer Behandlung bin: diese achtsame Zuwendung für meinen Körper ohne Mann-Frau-Themen zwischen uns. Die meditative Massage lässt mich ganz wegschweben. Wunderschön.

Nach dem Yoni-Steaming: Ganz im Frieden mit der zyklischen Natur

Ich gehe beseelt von Ricardas feiner Art, berührt und gefüllt mit Bildern, die mir Lust auf mein nächstes Frühlingserwachen machen. Und mir ist bewusst geworden, dass die monatliche Blutung nicht nur lästig ist, sondern auch ein Geschenk der Natur, weil sie wie ein monatlicher Hausputz ist. Wir bluten den Ballast raus, schlechte Gefühle, solche Dinge. Und dann ist alles wieder frisch und neu ausgekleidet.

Vielen lieben Dank, liebe Ricarda, für diese inspirierende Session mit so schöner Wirkung auf mehreren Ebenen.

Yoni-Steaming selbst erleben? Hier der Kontakt zu Ricarda:

Ricarda Krumbiegel, Yoni Spa in den Räumen des Dakini – Zentrum für Sexualkompetenz
Ebertplatz 9
50668 Köln
Tel. 0178-9292035
kontakt@yoni-spa.de

Fazit aus dieser Yoni-Steaming-Erfahrung

Yoni-Steaming (Vaginal-Steaming, V-Steam), also das Kräuterdampfbad für die Vagina kann man dem Thema Schoßraumarbeit zuordnen. Es ist ein idealer Einstieg in die sexuelle Körperarbeit, ohne, dass es intim wird. Frau kann die Masseurin kennenlernen und schauen, ob man sich auch eine Yoni-Massage bei ihr vorstellen kann. Ricarda bietet auch Beratungen zu Fragen der Sexualität an. Oder Yoni-Steaming steht ganz alleine für sich als Ritual in verschiedenen Situationen: nach einer Geburt, nach einer OP, nach dem Ende einer Beziehung und zum Anfang als Einladung an die Sexualität. Oder einfach so, um sich Gutes zu tun, als Wellness-Programm für die Vagina, weil es sich schön anfühlt.