Best Practice: Verhaltenscodex von Andre van Vliet, Tantramasseur

Nachdem im November in den Niederlanden einige Berichte über missbräuchliches Verhalten von Tantramasseuren erschienen sind, hat Andre van Vliet (Sensueel Ontwaken) einen Verhaltenscodex formuliert und auf seiner Webseite publiziert. Best practice! Wir haben den Codex übersetzt und veröffentlichen ihn hier als Anregung für Tantramasseure, die kommunzieren möchten, wie seriöse Tantramassagen gegeben werden. Und wie nicht :-).

André van Vliet ist Tantramasseur bei Sensueel Ontwaken (Sinnliches Erwachen) in der Nähe von Rotterdam. Hier die deutsche Übersetzung seines Verhaltenscodex:

Mein Verhaltenscodex

Unten stehend findest du eine Liste von Vereinbarungen mit dir und mit Praktiken, die ich NICHT einsetze.  Leider ist es nötig geworden, eine solche Liste zu erstellen, weil es viele Artikel in niederländischen  Medien gab über falsche (unseriöse) Tantramasseure.

Was ich selbst vor Beginn der Session tue

– dafür sorgen, dass der Raum mit sauberen und frischen Textilien bestückt ist und hygienisch sauber gehalten wird.
– mit einer Erklärung beginnen, was die Massage genau beinhaltet, wie ich arbeite und welche Optionen du dir offen halten kannst.
– dich vorab fragen, was deine Wünsche sind, was dir schwer fällt, wo du gerne berührt werden möchtest und wo nicht.
– dich vorher ganz deutlich nach deinen Grenzen fragen.
– vor Beginn aussprechen, dass ich als Massagetherapeut eine dienende Rolle in deinem Prozess habe. Ich bestimme nicht, was geschehen wird, sondern stimme das geschehen auf dich ab in Absprache mit dir.

Während der Session

– während der Tantramassage frage ich (nochmals) deine Zustimmung ab, was das Berühren deiner Geschlechtsteile angeht.
– Wenn du während der Session sagst, dass du eine Pause willst oder die Session komplett abbrechen, werde ich das sofort tun.
– dir Raum geben, damit du dich wohlfühlst mit deinen Gefühlen wie Angst, Scham, Lust, Wut, Frustration, usw. Ich bin der Space-holder für diesen Prozess.
– alles, was in mir selbst hochkommt (meine eigenen Prozesse) halte ich außerhalb unserer Kommunikation.
– Klar im Ausdruck sein und dir kommunizieren, wann und wie Festhalten, Trösten durch anfassen und empathische Berührungen sinnvoll für den Prozess sein können, wenn sie stattfinden.
– auch bei einer Yoni-Massage ist es nötig ohne Erwartung zu sein und offen zu bleiben für alles, was sich zeigt. Nicht die Yoni-Massage ist das Ziel, sondern die Heilung im gesamten Beckenraum und damit auch die Befreiung der sexuellen Lebensenergie.
– bei einer Yonimassage bin ich vollständig bekleidet. Bei einer Kashmir-Massage behalte ich auf jeden Fall den Slip an.
– kommen nur meine Hände zum Einsatz als Instrument, also kein Penis, keine Zunge oder andere Spielchen. Ja, so etwas passiert leider manchmal.

Nach Ablauf der Session

– überlasse ich es dir, ob du sofort einen weiteren Termin im voraus buchen möchtest.

Während der Session werde ich NIEMALS …

– sexuelle Anspielungen machen, sexuell sprechen.
– dir etwas über meine eigenen Bedürfnisse erzählen.
– küssen, lecken oder mich selbst befriedigen.
– penetrieren (außer bei der Yoni-Massage mit Fingern).
– meine eigenen Geschlechtsteile berühren lassen.
– meine eigenen Bedürfnisse an dir erfüllen .

Auch nach einer Session

– werde ich dich nicht privat kontaktieren, dir nicht mailen und dich nicht auf Social Media einladen oder mich dir nähern.
– keinen Sex mit dir haben.
– innerhalb von einem halben Jahr nach der Behandlung keine Initiative starten um mit dir eine freundschaftliche oder intime Beziehung einzugehen.
– Ich halte professionellen Abstand, auch wenn die Behandlung abgeschlossen ist.

Danke, André! Mit diesen klaren Liste kann die Kundin die Haltung des Tantramasseurs schon ganz gut einschätzen. Gute Idee findet die Redaktion.

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